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Ratgeber

Uhr wasserdicht: Was bedeutet die Angabe in bar?

Von Batuhan Furkan Tarman, Trovanta · Stand Oktober 2026 · So arbeiten wir

Das Wichtigste in Kürze

Die Angabe in bar, ATM oder Metern auf einer Uhr beschreibt einen Prüfdruck und keine Tauchtiefe. Uhren nach ISO 22810 sind für den Alltag und zum Schwimmen gedacht, Taucheruhren müssen die Norm ISO 6425 erfüllen. Smartwatches nennen oft eine IP-Schutzart. Ob Sie mit der Uhr schwimmen dürfen, steht in der Anleitung des Herstellers.

Schnell entscheiden

  • Wenn Sie mit Gerät tauchen möchten,dann wählen Sie eine Uhr, die ausdrücklich nach ISO 6425 gekennzeichnet ist.
  • Wenn Sie mit der Uhr schwimmen möchten,dann prüfen Sie in der Anleitung, ob das erlaubt ist, und fragen sonst beim Hersteller oder Händler nach.
  • Wenn Sie eine Smartwatch im Meer oder im Schwimmbad tragen möchten,dann lesen Sie die Herstellerhinweise, denn Salz- und Chlorwasser können Dichtungen angreifen.
  • Wenn die Batterie Ihrer Uhr gewechselt werden muss,dann lassen Sie das von einer Fachkraft erledigen, damit die Wasserdichtheit erhalten bleibt.

Auf vielen Uhren steht eine Angabe wie „Water Resistant“ mit einer Zahl in bar, ATM oder Metern. Bei Smartwatches und Fitnesstrackern kommt oft eine IP-Schutzart dazu. Diese Angaben klingen ähnlich, beruhen aber auf verschiedenen Prüfungen und sagen weniger über die Tauchtiefe aus, als viele annehmen.

Was bedeutet „wasserdicht 3 bar“ bei einer Uhr?

Die Zahl auf dem Gehäuse oder in der Anleitung beschreibt einen Druck, mit dem die Uhr geprüft wurde. Laut dem Verband der Schweizer Uhrenindustrie werden solche Angaben meist in Metern oder in bar gemacht, wobei ein bar dem Druck in zehn Metern Wassertiefe zugeordnet wird. Statt bar steht auf manchen Uhren auch ATM, ebenfalls eine Druckeinheit.

Wichtig ist: Die Angabe ist ein Prüfwert und keine Tiefe, bis zu der Sie mit der Uhr tauchen können. Die Prüfung läuft laut Verband mit unterschiedlichen Drücken über bestimmte Zeiträume unter festen Bedingungen. Beim Schwimmen, beim Sprung ins Wasser oder unter einem harten Wasserstrahl entstehen andere Belastungen. Eine Uhr mit „3 bar“ ist deshalb keine Uhr zum Tauchen.

ISO 22810 und ISO 6425: Alltag oder Tauchen

Für wasserdichte Uhren gibt es zwei internationale Normen. Laut der Internationalen Organisation für Normung gilt ISO 22810 für Uhren, die für den täglichen Gebrauch und zum Schwimmen gedacht sind. Für Uhren, die beim Tauchen mit Gerät getragen werden, gilt ISO 6425.

Taucheruhren nach ISO 6425 müssen laut dem Verband der Schweizer Uhrenindustrie dem Wasserdruck in mindestens 100 Metern Tiefe standhalten. Dazu kommen weitere Anforderungen, etwa an Leuchtkraft, Stoßfestigkeit, Magnetfeldbeständigkeit und die Festigkeit des Armbands. Eine Uhr ohne Hinweis auf ISO 6425 ist keine Taucheruhr im Sinne der Norm, auch wenn eine hohe Zahl auf dem Gehäuse steht.

Was Sie mit Ihrer Uhr im Wasser tun dürfen, legt der Hersteller fest. Lesen Sie in der Anleitung nach, ob Schwimmen, Duschen oder Baden erlaubt sind und ob Krone und Drücker im Wasser bedient werden dürfen.

Smartwatches und Fitnesstracker: IP-Schutzarten

Bei Smartwatches und Fitnesstrackern steht oft eine IP-Schutzart wie IP68. IP steht für International Protection. Geprüft wird nach der Norm DIN EN 60529. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper wie Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Steht statt einer Ziffer ein X, hat der Anbieter zu diesem Punkt keine Angabe gemacht.

  • Eine 7 an zweiter Stelle steht laut Stiftung Warentest für Schutz bei zeitweiligem Untertauchen.
  • Eine 8 an zweiter Stelle steht für dauerhaftes Untertauchen. Die genauen Bedingungen nennt der Hersteller.

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Schutzart nur für Geräte im Neuzustand gilt und sich auf Leitungswasser bezieht. Salzwasser, Chlorwasser im Schwimmbad sowie Seife und Spülmittel können Dichtungen angreifen. Steht auf einer Smartwatch sowohl eine IP-Schutzart als auch eine Angabe in bar oder ATM, beschreiben beide unterschiedliche Prüfungen. Maßgeblich für den Alltag ist, was der Hersteller zur Nutzung im Wasser schreibt.

Dichtungen und Batteriewechsel

Die Wasserdichtheit hängt an Dichtungen, und Dichtungen altern. Der Verband der Schweizer Uhrenindustrie rät, die Batterie einer Uhr von einer Fachkraft wechseln zu lassen, damit die Wasserdichtheit nicht leidet. Wie oft Sie die Dichtungen prüfen lassen sollten, steht in der Anleitung oder lässt sich beim Hersteller erfragen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Angabe zum Wasserschutz mit Norm oder IP-Schutzart, nicht nur „wasserdicht“
  • Hinweis in der Anleitung, ob Schwimmen, Duschen und Baden erlaubt sind
  • Für Tauchgänge mit Gerät eine Uhr, die ausdrücklich nach ISO 6425 gekennzeichnet ist
  • Verschraubte Krone oder Drücker, wenn Sie die Uhr oft im Wasser tragen, laut Herstellerangabe
  • Ein Armband, das Wasser verträgt, etwa aus Silikon, Metall oder Kunststoff
  • Angaben zu Service, Batteriewechsel und Prüfung der Dichtungen

Wasserangaben bei Uhren im Vergleich

Bauarten im Vergleich, ohne Rangfolge. Welche passt, hängt von Ihrem Einsatz ab.

KriteriumUhr nach ISO 22810Taucheruhr nach ISO 6425Smartwatch mit IP-Schutzart
Gedacht fürAlltag und SchwimmenTauchen mit Gerätlaut Herstellerangabe
Angabe auf der Uhrbar, ATM oder MeterHinweis auf ISO 6425IP-Code, Ziffer für Wasser
Weitere Anforderungenje nach ModellLeuchtkraft, Stoß, Magnetfeld, ArmbandStaubschutz in erster Ziffer
Dauerhaft dichtnein, Dichtungen alternnein, Dichtungen alternnur im Neuzustand geprüft
Was im Wasser erlaubt iststeht in der Anleitungsteht in der Anleitungsteht in der Anleitung

Tabelle seitlich wischen, um alle Bauarten zu sehen.

Typische Fehlkäufe vermeiden

  • Bar als Tauchtiefe lesen. Die Zahl beschreibt einen Prüfdruck unter festen Bedingungen. Eine Uhr mit „3 bar“ ist keine Uhr zum Tauchen.
  • Hohe Zahl für eine Taucheruhr halten. Ohne Hinweis auf ISO 6425 ist eine Uhr keine Taucheruhr im Sinne der Norm, auch wenn eine hohe Zahl draufsteht.
  • IP-Schutzart für dauerhaft halten. Sie gilt nur im Neuzustand und für Leitungswasser. Was im Wasser erlaubt ist, schreibt der Hersteller.

Was die Recherche ergibt

Zusammengefasst aus unabhängigen Quellen, Stand Oktober 2026. Die Quellen stehen unten.

  • Der Hersteller legt den Einsatzbereich fest

    Laut Einleitung der Norm ISO 22810 ist der Hersteller dafür verantwortlich anzugeben, ob eine bestimmte Tätigkeit zum Einsatzbereich einer Uhr gehört. Die Norm beschreibt die Prüfungen für den Streitfall, etwa Kondensation, Eintauchen, Überdruck, Belastung der Bedienteile und Temperaturschock, die Prüfungen in der Produktion legt der Hersteller selbst fest (ISO 22810:2010).

  • Fachhandel rät zum Schwimmen zu mehr Reserve

    Der Präsident des Schweizer Uhrenfachhandelsverbands erklärte, Schwimmbewegungen und Sprünge ins Wasser erhöhten den Druck. Für das Schwimmen rät er zu mindestens 100 Metern oder 10 bar, der Beitrag stammt von 2021. Maßgeblich bleibt, was der Hersteller in der Anleitung erlaubt (SRF, 2021).

  • Dichtungen jährlich prüfen lassen

    Laut Fachmagazin Watchtime werden Dichtungen mit der Zeit spröde, Temperaturschwankungen, Schweiß und Sonnencreme beschleunigen das. Das Magazin rät, die Wasserdichtheit einmal im Jahr beim Fachhändler mit einem Druckprüfgerät testen zu lassen (Watchtime).

  • Nach dem Meer mit Leitungswasser abspülen

    Watchtime empfiehlt, die Uhr nach dem Baden im Meer mit klarem Leitungswasser abzuspülen und die Krone immer ganz zuzuschrauben, falls sie verschraubt ist. Nach einem langen Sonnenbad sollten Sie nicht direkt ins kalte Wasser springen, weil Aufpralldruck und Abkühlung zusammenwirken (Watchtime).

  • Beschlagenes Glas nicht ignorieren

    Feuchtigkeit unter dem Glas kann laut dem Schweizer Uhrenfachhandel von Kondenswasser stammen, etwa beim Wintersport, und verschwindet oft von selbst. Trotzdem sollte ein Fachhändler die Dichtungen prüfen. Im geschilderten Fall musste die Kundin die Reparatur eines Wasserschadens selbst zahlen (SRF, 2021).

  • Smartwatches werden im Test unter Wasser geprüft

    Laut Stiftung Warentest sind die meisten Smartwatches und Fitnesstracker wasserdicht und zum Schwimmen geeignet. Geräte, die der Hersteller als wasserdicht bewirbt, durchlaufen im Test einen Tauchtest, die Einzelergebnisse sind kostenpflichtig (Stiftung Warentest, 2026).

Mythen und Fakten

Es gibt eine feste Tabelle: 3 bar Hände waschen, 5 bar Duschen, 10 bar Schwimmen.
Solche Faustregeln stehen in Fachmagazinen, verbindlich sind sie nicht. Nach ISO 22810 legt der Hersteller fest, welche Tätigkeiten erlaubt sind (Watchtime; ISO 22810:2010).
Ein beschlagenes Glas bedeutet immer einen Wasserschaden.
Oft ist es Kondenswasser, das von selbst verschwindet. Laut Fachhandel sollte die Uhr trotzdem auf undichte Dichtungen geprüft werden (SRF, 2021).
Quellen (4)
  1. ISO 22810:2010 Horology, Water-resistant watches, Vorschau, ISO über ANSI Webstore
  2. Wasser in der neuen Uhr: Nicht jede wasserdichte Uhr ist zum Schwimmen geeignet, SRF
  3. Ist meine Uhr wasserdicht?, Watchtime
  4. Smartwatches und Fitness-Tracker im Test, Stiftung Warentest

Aktuelle Preise vergleichen

Preise ändern sich oft mehrmals am Tag, deshalb nennt Trovanta keine festen Preise. Die Preisvergleiche zeigen für „Armbanduhr wasserdicht bar“ die aktuellen Angebote vieler Shops nebeneinander. Prüfen Sie die Angebote mit den Kriterien oben.

Häufige Fragen

Kann ich mit einer Uhr mit „3 bar“ schwimmen gehen?

Das lässt sich aus der Zahl allein nicht sicher ablesen. Die Angabe beschreibt einen Prüfdruck unter festen Bedingungen, nicht die Belastung beim Schwimmen, Springen oder Duschen. Was mit Ihrer Uhr erlaubt ist, legt der Hersteller in der Anleitung fest. Steht dort nichts zum Schwimmen, fragen Sie beim Hersteller oder Händler nach, bevor Sie die Uhr ins Wasser nehmen.

Bleibt eine Uhr für immer wasserdicht?

Nein. Dichtungen altern, und auch die IP-Schutzart einer Smartwatch gilt laut Stiftung Warentest nur im Neuzustand. Salzwasser, Chlorwasser und Seife können Dichtungen angreifen. Bei klassischen Uhren rät der Verband der Schweizer Uhrenindustrie, die Batterie von einer Fachkraft wechseln zu lassen, damit die Wasserdichtheit erhalten bleibt.

Hinweis

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und beruht nicht auf eigenen Labortests. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Herstellers.

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