Ratgeber
Smarte Steckdose: Welche passt zu Ihrem Zuhause?
Eine smarte Steckdose lohnt sich, wenn Sie Lampen oder Geräte per App, Zeitplan oder Sprachbefehl schalten oder den Stromverbrauch messen möchten. Entscheidend ist, dass sie zu Ihrem System passt, etwa WLAN, Zigbee oder Matter. Prüfen Sie die maximale Last, ob Verbrauchsmessung eingebaut ist und wie lange der Hersteller Updates liefert.
Schnell entscheiden
- Wenn Sie nur eine Lampe per Zeitplan schalten möchtendann reicht oft ein WLAN-Modell, dessen Zeitpläne auch ohne Internet laufen.
- Wenn Sie den Stromverbrauch einzelner Geräte wissen möchtendann wählen Sie ausdrücklich ein Modell mit Verbrauchsmessung.
- Wenn Sie bereits eine Smart-Home-Zentrale nutzendann wählen Sie den Funkstandard, den diese Zentrale unterstützt.
- Wenn Sie Geräte verschiedener Hersteller kombinieren möchtendann achten Sie auf das Matter-Logo und einen Controller im Haus.
Eine smarte Steckdose ist ein Zwischenstecker. Sie stecken ihn in eine normale Steckdose und das Gerät hinein. Danach schalten Sie Lampe, Kaffeemaschine oder Ventilator per App, Zeitplan oder Sprachbefehl. Manche Modelle messen zusätzlich, wie viel Strom das angeschlossene Gerät verbraucht. Stiftung Warentest nennt als typischen Nutzen auch Zeitpläne im Urlaub, etwa eine Lampe, die abends angeht, damit die Wohnung bewohnt wirkt.
Welche smarte Steckdose passt zu meinem System?
Die wichtigste Frage vor dem Kauf ist der Funkstandard. Stiftung Warentest fand bei 18 geprüften Modellen vor allem WLAN, daneben Bluetooth, Zigbee und Thread. Einige Steckdosen funktionierten nur mit einem passenden Hub.
- WLAN: verbindet sich direkt mit dem Router, gesteuert wird meist über die App des Herstellers.
- Zigbee oder Thread: braucht eine Zentrale, eignet sich gut für viele Geräte im Haus.
- Bluetooth: ohne Router nutzbar, aber nur in der Nähe des Handys.
- Matter: ein offener Standard, mit dem Geräte verschiedener Hersteller zusammenarbeiten sollen. Nur zertifizierte Geräte tragen das Matter-Logo. Für die Steuerung von unterwegs brauchen Sie einen Controller im Haus.
Prüfen Sie, welche Zentrale, welchen Sprachassistenten oder welche App Sie schon nutzen, und wählen Sie die Steckdose danach.
Verbrauchsmessung: nützlich, aber nicht immer dabei
Laut Verbraucherzentrale zeigen WLAN-Steckdosen mit Messfunktion den aktuellen und früheren Verbrauch in der App an. So finden Sie heraus, was Kühlschrank, Fernseher oder Router wirklich brauchen. Im Test von Stiftung Warentest konnten aber nur drei von 18 Modellen den Verbrauch messen. Wenn Sie diese Funktion wollen, achten Sie ausdrücklich auf die Angabe.
Ohne Messfunktion können Sie den Verbrauch grob selbst schätzen: Leistung in Watt mal Betriebsstunden geteilt durch 1.000 ergibt Kilowattstunden. Diese Formel nennt die Verbraucherzentrale.
Auch die Steckdose selbst verbraucht Strom. Eine Studie des Öko-Instituts für die Verbraucherzentrale NRW empfahl, solche Standby-Werte verpflichtend anzugeben, weil sie oft fehlen.
Maximale Last und passende Geräte
Jede smarte Steckdose hat eine Höchstlast, die der Hersteller in Watt oder Ampere angibt. Schließen Sie nur Geräte an, die darunter liegen. Bei Geräten mit hoher Leistung oder solchen, die nicht unbeaufsichtigt laufen sollen, etwa Heizlüftern oder Bügeleisen, gelten die Hinweise des jeweiligen Geräteherstellers. Für den Außenbereich brauchen Sie ein Modell, das der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt.
Sicher im Heimnetz
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, vor dem Kauf zu prüfen, ob der Hersteller über die übliche Nutzungsdauer Updates liefert. Weitere Empfehlungen des BSI:
- Standardpasswörter sofort ändern und für jedes Konto ein eigenes Passwort nutzen,
- automatische Updates einschalten,
- Geräte nur dann mit dem Internet verbinden, wenn Sie wirklich von unterwegs schalten möchten,
- smarte Geräte in einem eigenen Netz oder im Gastnetz des Routers betreiben.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Passt der Funkstandard zu Ihrer App, Zentrale oder Ihrem Sprachassistenten?
- Reicht die angegebene Höchstlast für das Gerät, das Sie anschließen?
- Ist eine Verbrauchsmessung eingebaut, wenn Sie Strom messen möchten?
- Funktionieren Zeitpläne auch ohne Internetverbindung?
- Nennt der Hersteller, wie lange er Updates liefert?
Smarte Steckdosen nach Funkstandard im Vergleich
Bauarten im Vergleich, ohne Rangfolge. Welche passt, hängt von Ihrem Einsatz ab.
| Kriterium | WLAN | Zigbee oder Thread | Bluetooth |
|---|---|---|---|
| Zentrale nötig | meist nicht | ja, passender Hub | nein, direkt am Handy |
| Steuerung von unterwegs | über App und Cloud | über Zentrale | nur in Reichweite |
| Viele Geräte im Haus | je nach Router | gut geeignet | eher unpraktisch |
| Matter möglich | je nach Modell | Thread ja, Zigbee über Bridge | nur zur Einrichtung |
| Einrichtung | per Hersteller-App | über Zentrale | per App am Handy |
Tabelle seitlich wischen, um alle Bauarten zu sehen.
Typische Fehlkäufe vermeiden
- Zentrale vergessen. Zigbee- und Thread-Steckdosen funktionieren nur mit passendem Hub. Prüfen Sie vorher, was Sie schon besitzen.
- Verbrauchsmessung vorausgesetzt. Viele Modelle schalten nur. Achten Sie auf die ausdrückliche Angabe zur Messfunktion.
- Höchstlast nicht beachtet. Geräte mit hoher Leistung können die Steckdose überlasten. Vergleichen Sie die Herstellerangabe mit dem Typenschild des Geräts.
Was die Recherche ergibt
Zusammengefasst aus unabhängigen Quellen, Stand Oktober 2026. Die Quellen stehen unten.
Funkstandard entscheidet über Zubehör
Von 18 geprüften smarten Steckdosen funkten die meisten per WLAN, andere per Bluetooth, Zigbee oder Thread. Ein Teil funktioniert nur mit einem passenden Hub, prüfen Sie vorher Ihr System (Stiftung Warentest, 2025).
Messfunktion ist nicht Standard
Nur drei der 18 Modelle im Test konnten den Stromverbrauch angeschlossener Geräte messen. Wer das möchte, muss gezielt danach suchen (Stiftung Warentest, 2025).
Updates vor dem Kauf klären
Das BSI rät, vor dem Kauf zu prüfen, ob der Hersteller über die übliche Nutzungsdauer Updates liefert. Geräte ohne Updates gelten als Sicherheitsrisiko (BSI).
Eigenes Netz für smarte Geräte
Das BSI empfiehlt, IoT-Geräte in einem eigenen Netz oder im Gastnetz zu betreiben und sie nur dann mit dem Internet zu verbinden, wenn Fernzugriff wirklich nötig ist. Passwörter sollten mindestens acht Zeichen haben, das WLAN-Passwort mindestens 20 (BSI).
Matter braucht einen Controller
Matter ist ein offener Standard über WLAN, Thread und Ethernet. Er arbeitet lokal, für die Steuerung von unterwegs ist ein Controller im Haus nötig. Nur zertifizierte Geräte tragen das Logo (Connectivity Standards Alliance).
Standby-Angaben fehlen oft
Eine Studie des Öko-Instituts für die Verbraucherzentrale NRW empfahl, die Standby- und Betriebsleistung smarter Geräte verpflichtend anzugeben. Die Studie ist älter, sie stammt von 2019 (Verbraucherzentrale NRW, 2019).
Mythen und Fakten
- „Jede smarte Steckdose misst auch den Stromverbrauch.“
- Nein. Im Test konnten nur drei von 18 Modellen den Verbrauch messen (Stiftung Warentest).
- „Smart-Home-Geräte müssen immer mit dem Internet verbunden sein.“
- Nicht unbedingt. Das BSI rät, lokale Zeitpläne zu nutzen und Geräte nur bei echtem Bedarf für Fernzugriff online zu bringen (BSI).
Quellen (5)
Aktuelle Preise vergleichen
Preise ändern sich oft mehrmals am Tag, deshalb nennt Trovanta keine festen Preise. Die Preisvergleiche zeigen für „smarte Steckdose WLAN mit Verbrauchsmessung“ die aktuellen Angebote vieler Shops nebeneinander. Prüfen Sie die Angebote mit den Kriterien oben.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine smarte Steckdose eine Zentrale?
Das hängt vom Funkstandard ab. Modelle mit WLAN verbinden sich meist direkt mit dem Router und werden per App gesteuert. Steckdosen mit Zigbee oder Thread brauchen eine passende Zentrale oder einen Hub. Bei Matter ist für den Zugriff von unterwegs ein Controller im Haus nötig, etwa ein smarter Lautsprecher oder eine Smart-Home-Zentrale. Prüfen Sie vor dem Kauf, was Sie schon besitzen.
Kann ich mit einer smarten Steckdose Strom sparen?
Sie kann helfen. Geräte, die sonst im Standby laufen, lassen sich per Zeitplan ganz abschalten. Mit eingebauter Verbrauchsmessung sehen Sie in der App, wie viel ein Gerät wirklich verbraucht. Bedenken Sie, dass die Steckdose selbst ebenfalls etwas Strom braucht. Wie viel, geben Hersteller nicht immer an. Fragen Sie im Zweifel nach oder achten Sie auf diese Angabe im Datenblatt.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und beruht nicht auf eigenen Labortests. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Herstellers.