Ratgeber
Gymnastikmatte kaufen: Welche Dicke und welches Material?
Für Übungen auf dem Boden ist eine dickere Gymnastikmatte meist bequemer, für Yoga eine dünnere mit sicherem Stand. Wichtig sind Größe, Rutschfestigkeit und Material. Stiftung Warentest fand 2023 in mehreren Matten Schadstoffe. Achten Sie auf eine klare Materialangabe, meiden Sie Weich-PVC und kaufen Sie keine Matte, die stark chemisch riecht.
Schnell entscheiden
- Wenn Sie vor allem im Liegen, Sitzen oder Knien übendann wählen Sie eine dickere Gymnastikmatte mit mehr Dämpfung.
- Wenn Sie Yoga mit vielen Standhaltungen machendann ist eine dünnere, rutschfeste Matte meist die bessere Wahl.
- Wenn Sie auf Latex reagierendann meiden Sie Matten aus Naturkautschuk und greifen zu TPE.
- Wenn Sie die Matte oft mitnehmendann achten Sie auf geringes Gewicht und einen Tragegurt.
Eine Gymnastikmatte ist schnell gekauft, doch die Unterschiede zeigen sich erst beim Üben. Ist sie zu dünn, drücken Knie und Wirbelsäule auf den Boden. Ist sie zu glatt, rutschen Sie weg. Und manche Matten enthalten Stoffe, die Sie nicht auf der Haut haben möchten.
Gymnastikmatte oder Yogamatte?
Stiftung Warentest unterscheidet in ihrem Test von 2023 zwischen dünnen Yogamatten und dickeren Gymnastikmatten. Yogamatten sind fest und geben einen sicheren Stand. Gymnastikmatten dämpfen mehr, was bei Übungen im Liegen, Sitzen und Knien angenehm ist. Überlegen Sie, was Sie hauptsächlich machen: Kräftigung, Dehnen und Rückenübungen sprechen für eine dickere Matte, Yoga mit vielen Standhaltungen für eine dünnere. Haben Sie Beschwerden an Gelenken oder Rücken, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Physiotherapie, welche Übungen und welche Unterlage zu Ihnen passen.
Die passende Größe
In der Testzusammenfassung von 2023 heißt es, eine Matte sollte mindestens so breit wie die Schultern und so lang wie der Körper sein. Wenn Sie groß sind oder sich beim Üben viel bewegen, wählen Sie lieber eine längere oder breitere Matte. Wer die Matte oft mitnimmt, achtet auf Gewicht und einen Tragegurt. Viele schwerere Matten hatten im Test keinen.
Welches Material ist für eine Gymnastikmatte gut?
TPE
Thermoplastische Elastomere kommen ohne Weichmacher aus. Bei ÖKO-TEST waren 2019 alle sehr guten Kunststoffmatten aus geschäumtem TPE, die Verbraucherzentrale nennt TPE als empfehlenswertes Material.
Naturkautschuk
Kautschukmatten waren im Test von 2023 besonders rutschfest. Sie riechen anfangs stark und sollten gut auslüften. Sie können Latexproteine enthalten, die Allergien auslösen können. Wer auf Latex reagiert, sollte das beachten.
PVC
Weich-PVC braucht Weichmacher. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, weil es in Tests oft auffiel.
Kork und Wolle
Korkmatten haben laut Verbraucherzentrale oft eine Unterseite aus TPE oder Kautschuk. Wollmatten eignen sich eher für ruhige Übungen.
Schadstoffe: was die Tests zeigen
Stiftung Warentest prüfte 2023 insgesamt 16 Matten. In 6 davon fand das Labor Schadstoffe, darunter den Weichmacher DEHP, Naphthalin und kurzkettige Chlorparaffine. Teure Matten waren nicht automatisch besser. Die Verbraucherzentrale rät, auf eine eindeutige Materialangabe zu achten, stark riechende Matten zu meiden und bei Händlern mit Sitz in der EU zu kaufen. Antibakterielle Ausrüstungen sind laut Verbraucherzentrale unnötig, regelmäßiges Reinigen genügt.
Für die Pflege reichen nach ÖKO-TEST etwas Wasser und eine weiche Bürste, bei Kautschuk ein feuchtes Tuch. Desinfizieren ist nicht nötig. Stiftung Warentest prüfte auch, ob Matten Schweiß aufnehmen und wieder abgeben. Wenn Sie stark schwitzen, achten Sie auf eine Oberfläche, die schnell trocknet, und lassen Sie die Matte nach dem Training offen liegen, bevor Sie sie aufrollen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Dicke passend zur Übung, dicker zum Liegen und Knien, dünner für Stand
- Mindestens schulterbreit und körperlang
- Klare Angabe des Materials, kein Weich-PVC
- Kein starker chemischer Geruch
- Oberfläche, die sich mit Wasser und weicher Bürste reinigen lässt
Mattenmaterialien im Vergleich
Bauarten im Vergleich, ohne Rangfolge. Welche passt, hängt von Ihrem Einsatz ab.
| Kriterium | TPE | Naturkautschuk | Weich-PVC |
|---|---|---|---|
| Weichmacher | nicht nötig | nicht nötig | werden benötigt |
| Rutschfestigkeit | je nach Modell | im Test besonders gut | je nach Modell |
| Geruch | meist gering | anfangs stark | kann chemisch riechen |
| Worauf achten | klare Materialangabe | Latex bei Allergie | laut Verbraucherzentrale meiden |
Tabelle seitlich wischen, um alle Bauarten zu sehen.
Typische Fehlkäufe vermeiden
- Zu kurze oder schmale Matte. Arme oder Kopf liegen dann auf dem Boden. Wählen Sie mindestens schulterbreit und körperlang.
- Material nicht angegeben. In Tests fehlte bei manchen Matten die Materialangabe. Kaufen Sie nur, wenn das Material klar genannt ist.
- Starker Geruch ignoriert. Ein deutlicher chemischer Geruch kann auf Schadstoffe hindeuten. Geben Sie solche Matten lieber zurück.
Was die Recherche ergibt
Zusammengefasst aus unabhängigen Quellen, Stand Oktober 2026. Die Quellen stehen unten.
Schadstoffe in mehreren Matten
Stiftung Warentest prüfte 16 Yoga- und Gymnastikmatten. In 6 fand das Labor Schadstoffe, darunter den Weichmacher DEHP, Naphthalin und kurzkettige Chlorparaffine (Stiftung Warentest, 2023).
Gymnastikmatten schnitten schwächer ab
Bei den acht dickeren Gymnastikmatten bremsten bei fünf Schadstofffunde das Urteil, zwei wurden deshalb mangelhaft. Bei den Yogamatten schnitt die Mehrheit gut ab (help.ORF.at über Stiftung Warentest, 2023).
Kautschuk rutscht am wenigsten
Matten aus Naturkautschuk waren im Test am rutschfestesten, mit nassen Händen überzeugte aber keine Matte ganz. Eine Kautschukmatte enthielt Latexproteine, die Allergien auslösen können (help.ORF.at über Stiftung Warentest, 2023).
TPE ohne Weichmacher
Alle sehr guten Kunststoffmatten in einem Test von ÖKO-TEST bestanden aus geschäumtem TPE, das ohne problematische Weichmacher auskommt. In PVC-Matten fanden sich Ersatzweichmacher. Der Test ist von 2019 (ÖKO-TEST, 2019).
Siegel haben Grenzen
Das OEKO-TEX-Label schließt PVC, Ersatzweichmacher und antimikrobielle Ausrüstung nicht aus. Korkmatten haben oft eine Unterseite aus TPE oder Kautschuk (Verbraucherzentrale, 2026).
Reinigen statt desinfizieren
Schmutz lässt sich mit etwas Wasser und weicher Bürste entfernen, Kautschuk mit einem feuchten Tuch. Desinfizieren ist nicht nötig (ÖKO-TEST, 2019).
Mythen und Fakten
- „Eine teure Matte ist schadstofffrei.“
- Der Preis sagte im Test wenig über die Qualität, gute Matten gab es auch günstig (Stiftung Warentest, 2023).
- „Naturkautschuk ist immer unbedenklich.“
- Auch Kautschukmatten können Nitrosamine oder Latexproteine enthalten. Natur bedeutet nicht automatisch schadstofffrei (ÖKO-TEST, 2019).
- „Antibakteriell ausgerüstete Matten sind hygienischer.“
- Solche Ausrüstungen belasten unnötig Umwelt und womöglich Gesundheit, regelmäßiges Reinigen bleibt trotzdem nötig (Verbraucherzentrale, 2026).
Quellen (4)
Aktuelle Preise vergleichen
Preise ändern sich oft mehrmals am Tag, deshalb nennt Trovanta keine festen Preise. Die Preisvergleiche zeigen für „Gymnastikmatte TPE dick rutschfest“ die aktuellen Angebote vieler Shops nebeneinander. Prüfen Sie die Angebote mit den Kriterien oben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gymnastikmatte und Yogamatte?
Yogamatten sind dünn und fest, damit Sie bei Haltungen sicher stehen. Gymnastikmatten sind dicker und weicher, weil bei Übungen im Liegen, Sitzen oder Knien die Dämpfung wichtiger ist. Für Pilates, Bauchübungen und Dehnen greifen viele zur Gymnastikmatte, für Yoga mit vielen Standhaltungen zur dünneren Matte.
Woran erkenne ich eine schadstoffarme Matte?
Ein Prüfsiegel allein reicht nicht. Die Verbraucherzentrale rät, auf eine klare Materialangabe zu achten und Weich-PVC zu meiden, weil es in Tests oft auffiel. TPE kommt ohne Weichmacher aus. Riecht eine Matte stark chemisch, kann das auf Schadstoffe hindeuten. Kaufen Sie bei Händlern mit Sitz in der EU, die erreichbar sind.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und beruht nicht auf eigenen Labortests. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Herstellers.